FORTSCHRITT-ELF schafft KLASSENERHALT!!!
Danny Prager, 07.06.2016
In den letzten Wochen wurde sich bei der Berichterstattung rund um die Fortschritt-Elf bewusst etwas zurück gehalten. Da sich die Mannschaft sportlich in einer sehr schwierigen Situation befand, sollte es vermieden werden, dass durch negative Ergebnismeldungen oder große Spielankündigungen (z.B. rund um das Derby) noch mehr Druck aufgebaut wird.
Nach der sehr guten Hinrunde spielte die Fortschritt-Elf ergebnistechnisch eine katastrophale zweite Saisonhälfte. Das erste Rückspiel fand in Gößnitz statt, ein Gegner, der den Münchenbernsdorfern bisher gut lag. Mitte der ersten Hälfte ging man in einem ausgeglichenen Spiel mit 0:2 auswärts in Führung. In wenigen Minuten kurz vor und nach der Halbzeit gab man diese leichtfertig aus der Hand und verlor noch mit 3:2.
Eine Woche später kam Kraftsdorf zum Derby nach Münchenbernsdorf. Die Fortschritt-Elf begann sehr gut und ging durch Perlt verdient in Führung. Zwei Minuten vor der Halbzeit kassierte man das 1:1 durch ein Tor, was eigentlich keines war. Wie eine Videoaufnahme deutlich bewies sprang der Ball von der Lattenunterkante deutlich vor der Linie auf und von da wieder ins Feld. Ein strittiger Elfmeter (60‘) und ein Konter (90‘) sorgten letztlich für das ernüchternde Ergebnis von 1:3.
Die nächsten drei Partien gegen die Spitzenteams Westvororte (3:1), Lumpzig (1:4) und Weida (0:4) gingen allesamt verloren. Aufgrund der hohen gegnerischen Qualität war dies aber nicht weiter dramatisch, zumal man sich trotz einiger Personalprobleme, abgesehen von den ersten 25 min gegen Lumpzig, ordentlich verkaufte.
Dann ging es nach Aga. Zur Halbzeit führte der SV 1924 relativ souverän mit 0:2. Doch durch einen Platzverweis in der 55‘ Minute wurde die ganze Angelegenheit noch zu einer richtigen Zitterpartie. Durch eine starke kämpferische Leistung brachte man die Führung über die Zeit und siegte 1:2.
Gegen Fockendorf (0:1) deutete sich erstmals das große Manko der letzten Spiele an. Vor dem gegnerischen Tor werden reihenweise große bis riesige Chancen ausgelassen und leichtfertig vergeben. In der Defensive hingegen wurde man, meist nach individuellen Fehlern, eiskalt bestraft.
Dies setzte sich beim Mittwochs-Spiel gegen Schmölln fort. 70 Minuten lang war man in Gößnitz die bessere Mannschaft und hatte ein klares Chancenplus. Doch nach individuellem Fehler (73‘) und zwei Kontern (77‘ und 82‘) musste man trotz guter Leistung wieder erfolglos nach Hause kehren.
Gegen Großenstein das gleiche Bild. Eigene Chancen, sogar vom Elfmeterpunkt, wurden kläglich vergeben oder ans Aluminium gesetzt. Am Ende entschieden zwei Standards (73‘ und 90‘) die Partie zugunsten des SSV‘s.
Nur gegen die SG FC Zeulenroda II gelang es der Fortschritt-Elf einige ihrer zahlreichen Chancen zu nutzen und mit 1:3 zu siegen.
Stark personell beeinträchtigt empfingen die Münchenbernsdorfer dann zum Sportfest den FSV aus Lucka. Am Ende stand ein torloses Unentschieden, mit dem die Blau-Roten angesichts der damaligen Tabellenkonstellation sehr gut leben konnten. Denn bei vier verbleibenden Spieltagen hatte der SV 1924 zehn Punkte Vorsprung so wie ein deutlich besseres Torverhältnis als Lucka, welches sich auf dem ersten Abstiegsplatz befand. Und außerdem befand sich ja noch Nöbdenitz als Puffer zwischen den beiden Teams. Dass es am Ende noch einmal so spannend werden könnte, hätten zu diesem Zeitpunkt wohl die wenigsten erwartet.
Münchenbernsdorf verlor weiterhin in dramatischer Art und Weise, obwohl man mit Sicherheit nicht die schlechtere Mannschaft war. So gab es gegen Nöbdenitz (88‘ und 90‘) und Hohndorf (80‘ und 90‘) zwei 0:2 Niederlagen, die sich in ihrem Spielverlauf ganz stark ähnelten. Dagegen gelang es Lucka gegen Zeulenroda ein 0:1 in den letzten zehn Minuten in ein 2:1 zu drehen. Ein Woche später siegte der FSV gegen Großenstein mit 2:1 und war nun schon bis auf vier Punkte an den SV 1924 herangerutscht.
Zum Glück kam der SSV Traktor Nöbdenitz vergangene Woche gegen Zeulenroda nicht über ein 1:1 hinaus und so mussten die Nöbdenitzer an diesem Wochenende im direkten Duell gegen Lucka noch einmal punkten um den eigenen Klassenerhalt zu schaffen. Letztlich siegte Nöbdenitz klar mit 4:0 und so sicherten sie sich selbst und auch der Fortschritt-Elf vorzeitig die Klasse.
Ohne Druck kann man nun das letzte Spiel gegen den FC Altenburg angehen und danach die Saison mit einer kleinen Abschlussfeier ausklingen lassen, bevor es eine Woche später zur alljährlichen Abschlussfahrt geht.
Danach gilt es zunächst die abgelaufene Saison aufzuarbeiten und die richtigen Lehren daraus zu ziehen, ehe die neue Saison angegangen wird. Es bleibt festzuhalten, dass der SV 1924 eine schlagkräftige Mannschaft besitzt, die in der Lage ist im gesicherten Mittelfeld der KOL mitzuspielen, wenn nur einzelne Ausfälle zu verkraften sind und im Rahmen des Trainings die nötigen Grundlagen geschafft werden.
In der Rückrunde mussten regelmäßig fünf oder gar mehr Spieler ersetzt werden, die zum Stammpersonal gehören. Die lange Liste von Verletzungen und Blessuren war auch der Hauptgrund für die nachlassende Trainingsqualität und den schlechteren Fitnesszustand im Vergleich zur Hinserie. Durch unnötige Sperren schwächte sich die Mannschaft zusätzlich noch. Und vielleicht fühlte sich auch der Eine oder Andere angesichts der guten Ausgangssituation schon zu sicher und ließ die Zügel etwas schleifen. In dieser Hinsicht sollte jeder Spieler selbst einmal analysieren wie oft die persönlichen Interessen den Interessen der Mannschaft vorgezogen wurden und ob es diesbezüglich noch Verbesserungsbedarf gibt.
Bleibt zu hoffen, dass die Fortschritt-Elf die Saison ordentlich abschließt, sich in der Sommerpause gut erholt und regeneriert, um dann mit voller Energie und vielleicht einigen Veränderungen erfolgreich in die dritte Kreisoberligasaison starten zu können.
Quelle:Marc Lehmann
